Was für ein Sommer! Bei wunderbarem Kaiserwetter von Juni bis August hatten wir schwungvolles Programm mit Sinn: dabei kamen Kreativität, Bewegung, Spiel und auch das leibliche Wohl nicht zu kurz.

Bewegung, Sport und Körper


Von Juli bis August gab es den Triebühne Schwimmkurs für unsere Jugendlichen mit Fluchtgeschichte. Gemeinsam mit einem Schwimmlehrer tauchten sie mutig in eine neue Sportart ein und schon bald machten sie Fortschritte.
Außerdem sorgte ein, von einer Jugendlichen selbst geleiteter, Tanzkurs, für jede Menge Spaß. Dabei führten sie auch uns Triebühne Mitarbeiter_innen in die Welt des arabischen Bauchtanz‘ ein – dies schreit nach Wiederholungsbedarf.
Eine weitere körperliche Aktivität, die uns diesen Sommer faszinierte, war das Slacklinen. Slacklinen fördert den Gleichgewichtssinn, Konzentration und Koordination. Auch das Vertrauen der Jugendlichen untereinander und zu uns Mitarbeiter_innen konnte so gestärkt werden.
Bewegung bedeutet Erweiterung des persönlichen und des körperlichen Horizonts und ist eine Bereicherung der Erlebnismöglichkeiten.

Sprache und Kommunikation


Wie auch schon vor den Sommermonaten gab es  für unsere Jugendlichen mit Fluchtgeschichte auch im Juli und August ein regelmäßiges Angebot, um besser Deutsch zu lernen. Auch das Schreiben von Bewerbungen wurde miteinander trainiert, um den Jugendlichen den Einstieg in eine Schule oder ein Ausbildungsprogramm zu erleichtern beziehungsweise überhaupt erst zu ermöglichen.

Kreatives Gestalten

Ob Street Art mit selbstgemachten Straßenkreiden oder spielerisches Ausprobieren der „Nass in Nass Technik“ mit Wasserfarben – Ausprobieren weckt Freude und Neugier. Die Schulung der Kreativität in einer lockeren Atmosphäre ermöglicht Jugendlichen, ihre persönlichen Grenzen kennenzulernen, neue Dinge auszuprobieren und Herausforderungen zu lösen. Kreative Aktivitäten unterstützen bei der Bewältigung und Umwandlung von Spannungen oder negativen Erlebnissen.
Kreativität trägt zur seelischen Gesundheit bei, denn durch das aktive Tun werden Kräfte gestaltend eingesetzt. Dabei ist kreatives Gestalten ein Weg, Ausdrucksmöglichkeiten für viele (noch) nicht gelebte Lebensaspekte zu finden.
Durch die Entwicklung bildnerischer und schöpferischer Kräfte, wird ein Zugang zu Fähigkeiten und Potenzialen geschaffen. Dies wirkt sich dann auch auf das Alltagsleben positiv aus und setzt Entwicklungsprozesse in Gang.

Spielen

Das Spielen erwies sich als eine der beliebtesten Aktivitäten an unseren Triebühne Nachmittagen. Dafür setzten wir vor allem auf Regelspiele, wie UNO oder „Mensch ärger‘ dich nicht.“
Das Spielen dient der Förderung der Gruppenfähigkeit der Jugendlichen und somit auch der Förderung ihrer sozialen und kognitiven Fähigkeiten.
Auch das Erfahren von Struktur und Grenzen durch klare Regeln unterstützt Jugendliche und Heranwachsende dabei, sich in ihrem Alltag besser zurechtzufinden – gerade für Jugendliche, die diese Alltagsstruktur gerade nicht haben (zum Beispiel durch Krankheit, Arbeits- oder Ausbildungslosigkeit), ist dies von Bedeutung.
Spielen wirkt positiv auf die Frustrationstoleranz, wenn es darum geht, ein bestimmtes Ziel zu verfolgen und dabei mit Erfolg oder Misserfolg umzugehen. Die Jugendlichen können durch das Spiel unterschiedliche Perspektiven einnehmen und eine eigene Sichtweise entwickeln. Dies kann zu einer Steigerung des Selbstwertgefühls führen.

Kochen

Erfrischendes Himbeereis oder arabischer Bulgur Salat. Wie auch beim kreativen Gestalten, fand auch beim gemeinsamen Kochen viel Kommunikation und kultureller Austausch statt – obendrein wurden dabei die selbst zubereiteten Speisen miteinander genossen.
Auch der Bezug zur Nahrung an sich, war für uns von Bedeutung: in unserer schnelllebigen Zeit, die von Fast Food Angeboten nur so strotzt, ist es uns wichtig, den Jugendlichen ein Bewusstsein für Ernährung mitzugeben.
Beim Kochen wurde die Team-  und Koordinationsfähigkeit der Jugendlichen gefördert und auch die sinnliche Wahrnehmungen – schmecken, riechen, fühlen, hören und sehen – wurde angesprochen.

Beratungen

Neben der gemeinsamen Freizeitgestaltung, gab es auch Zeit für Beratungen und Einzelcoachings, um nochmals individuell auf die Bedürfnisse und Anliegen der Jugendlichen eingehen zu können.


Wir wünschen allen Jugendlichen, die nun seit September in einer Ausbildung sind, einen gestärkten Weg und weiterhin alles Gute!